Rückblick Interlaken: Was bleibt, wenn die Bühne fehlt

Am 4. Juni waren wir mit ORIA in Interlaken präsent. Nicht auf der offiziellen Bühne, aber sichtbar. Nicht im Programm, aber mitten in Gesprächen. Nicht dort, wo man uns ursprünglich erwartet hätte, aber genau dort, wo unser Thema hingehört: in den Austausch mit Menschen, die Verantwortung für Unternehmen, Daten und digitale Infrastruktur tragen.

Unsere Aktion rund um Datensouveränität war bewusst anders. Zwei Schweizer Gardisten, Plakatmotive in Interlaken, ORIA-Pässe, viele direkte Begegnungen und eine klare Botschaft: Schweizer Unternehmen müssen wissen, wo ihre Daten liegen, wer darauf zugreifen kann und welchem Recht sie unterstehen.

Was im Vorfeld aus einer herausfordernden Situation entstanden ist, wurde vor Ort zu einem starken Zeichen. Die Resonanz war positiv, interessiert und oft überraschend direkt. Wir wurden angesprochen, fotografiert, nach der Botschaft gefragt und kamen mit zahlreichen Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Verbänden ins Gespräch.

Besonders wertvoll war dabei nicht nur die Sichtbarkeit an sich. Entscheidend war, dass die Aktion ein abstraktes Thema greifbar gemacht hat. Datensouveränität klingt oft technisch. Nach Verträgen, Rechenzentren, Compliance und Architektur. Alles wichtig. Aber im Kern geht es um etwas Einfacheres: Kontrolle, Verantwortung und Handlungsfähigkeit.

Genau das wollten wir sichtbar machen.

Die Schweizer Garde war für uns kein historisches Dekorationselement. Sie war ein Symbol. Für Schutz. Für Verlässlichkeit. Für die Frage, wem man etwas Wichtiges anvertraut. In unserem Fall: Unternehmensdaten, Kundendaten, kritische Systeme und digitale Prozesse.

Während des Tages zeigte sich, dass dieses Bild funktioniert. Viele Menschen verstanden sofort, worum es geht. Andere fragten nach. Genau daraus entstanden Gespräche, die mit einem klassischen Werbemittel kaum möglich gewesen wären.

Zusätzlich verteilten wir über 100 ORIA-Pässe. Auch das war mehr als ein Gimmick. Der Pass brachte die Botschaft auf den Punkt: Wer digitale Souveränität ernst nimmt, braucht Orientierung, Transparenz und einen verlässlichen Partner.

Unser Fazit ist klar: Die Aktion hat ihr Ziel erreicht.

Wir haben Aufmerksamkeit geschaffen. Wir haben Gespräche geführt. Wir haben neue Kontakte geknüpft. Und wir haben gezeigt, dass Sichtbarkeit nicht zwingend von einer offiziellen Bühne abhängt.

Für ORIA war die Aktion auch intern ein wichtiges Signal. Gute Ideen entstehen nicht nur in Konzeptpapieren. Sie entstehen, wenn ein Team bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, Aufwand zu leisten und auch einmal einen unkonventionellen Weg zu gehen.

Marketing ist nicht immer planbar. Wirkung auch nicht. Aber Haltung ist planbar.

Und genau darum ging es.

Datensouveränität ist kein Nebenthema der IT. Sie ist eine strategische Frage für Schweizer Unternehmen. Wer über Resilienz, Wettbewerbsfähigkeit und digitale Zukunft spricht, muss auch über Datenkontrolle sprechen.

Interlaken hat gezeigt: Das Thema ist da. Die Gespräche sind da. Das Interesse ist da.

Manchmal ist man ausserhalb einer Veranstaltung präsenter als mittendrin.

Und manchmal bleibt genau das hängen.